Du möchtest dir schon lange den Traum vom eigenen Campervan erfüllen, aber du weißt nicht genau, welches das perfekte Camper Basisfahrzeug für dich ist? Unser Produktentwickler Patrick versucht dir mit diesem Blogartikel bei der Entscheidung zu helfen.

Der Traum vom eigenen Campervan beginnt mit vielen Fragen. Mit welcher Fahrzeuglänge finde ich bei mir noch einen Parkplatz? Soll es der teure Mercedes Sprinter werden oder reicht nicht auch der günstigere Ford Transit? Brauche ich wirklich ein Hochdach und wenn ja, welches?

Dieser Artikel soll dir als Entscheidungshilfe dienen, ein geeignetes Camper Basisfahrzeug zu finden. Dabei konzentrieren wir uns vor allem auf die Außen- und Innenmaße. Aber auch die Langlebigkeit der Karosserie und des Motors sind wichtige Kriterien – vor allem, wenn du darüber nachdenkst, dich auf dem Gebrauchtmarkt umzuschauen.

Wie möchtest du reisen?

Bevor du dir über Länge, Höhe und Motorisierung des idealen Fahrzeugs für deinen Campervan den Kopf zerbrichst, solltest du dir zuallererst Gedanken machen, wie du mit deinem Camper reisen möchtest. Bist du meistens am Wochenende unterwegs oder hast du bald eine längere Reise geplant? Möchtest du auch im Winter verreisen? Soll das Fahrzeug auch im Alltag genutzt werden? Bist du oft im Gelände unterwegs und brauchst deswegen einen Allradantrieb?

Tabelle Fahrzeughöhe über und unter 2mNatürlich kann man in jedem Auto campen und wir haben schon die verrücktesten Umbauten in PKWs gesehen. Eine einfache Bettkonstruktion über die hintere Sitzreihe mit ausziehbaren Staufächern, Vordersitze soweit es geht nach vorne geklappt, Matratze rein und fertig ist die Übernachtungsmöglichkeit auf dem Wanderparkplatz, um am nächsten Morgen der oder die Erste auf den Wanderwegen zu sein.

Unser Herz schlägt allerdings für die größeren Campervans, mit denen du auch mal über einen längeren Zeitraum und bei schlechtem Wetter bequem unterwegs sein kannst. Typische Vertreter als Camper Basisfahrzeug sind hier der VW Transporter oder Fiat Ducato. Aber auch abseits der Platzhirsche gibt es viele Modelle anderer Hersteller, die sich nicht verstecken müssen. Dabei gibt es immer wieder baugleiche Fahrzeuge von unterschiedlichen Herstellern. Zum Beispiel haben Ducato, Jumper und Boxer die gleiche Karosserie verbaut, aber unterschiedliche Motoren.

 

Kombi oder Kastenwagen

Die Fahrzeuge gibt es meist in einer Kombi oder einer Kastenwagen Variante. Der Kombi ist dabei mit bis zu 9 Sitzen und einer seitlichen Verglasung ausgestattet. Der Kastenwagen hingehen kommt mit einer Trennwand zum Laderaum, einer kargen Verkleidung und meist ohne zusätzliche Fenster daher.

Ein Argument für die Kombivariante sind wohl die eingebauten Sitze. Gerade für diejenigen, die das Fahrzeug auch im Alltag viel nutzen möchten und oft mit Freund:innen unterwegs sind, ist ein Kombi wohl die bessere Wahl. Legst du allerdings hohen Wert auf Sichtschutz und benötigst keine zusätzlichen Sitze, ist die Kastenwagenvariante für dich besser geeignet. Die Trennwand zum Laderaum ist dabei schnell rausgebaut.

Beim Umbau eines Kombis solltest du allerdings im Hinterkopf behalten, dass unter der Verkleidung meist auch eine Klimaanlage und zusätzliche Anschlüsse im Laderaum verbaut sind. Wenn du sie weiter verwendest möchtest, kann das ein Vorteil sein. Wenn nicht, solltest du einen fachgerechten Ausbau bei einer Werkstatt oder beim Kältetechniker in Betracht ziehen. Bedenke, dass nachträglich eingebaute Sitze vom TÜV abgenommen und in die Fahrzeugpapiere eingetragen werden müssen.

Die Innen- und Außenmaße deines Campervans

Die Innen- und Außenmaße deines neuen Campervans spielen wohl die wichtigste Rolle, denn hier entscheidet sich das Layout für deine Inneneinrichtung sowie die Möglichkeiten bei der Parkplatzsuche.

Grundsätzlich werden die unterschiedlichen Höhen und Längenvarianten von H1-H3 und L1-L4 bezeichnet. Um dir eine einfache Übersicht zwischen den gängigen Herstellern und ihren Maßen zu geben, haben wir uns die Mühe gemacht die wichtigsten Maße in einer Tabelle für dich darzustellen. Bedenke, dass es sich dabei um den jeweils aktuellen Jahrgang (2020) handelt, obwohl die Baureihen teilweise bis 2006 zurückgehen.

Tabelle Maße Basisfahrzeug

Verschiedene Modelle im Vergleich

Vergleicht man die 6 m langen Fahrzeuge, so hat der Sprinter (L2) eine Innenraumlänge von 3,27 m. Wohingegen der Transit und die Ducatomodelle bei ihrer 6m Variante (L3) eine Innenraumlänge von 3,49 m bzw. 3,70 m aufweisen. Das liegt vor allem an der kürzeren Frontpartie. Der Unterschied von 43 cm mehr oder weniger kann bei der Innenraumgestaltung schon eine große Rolle spielen.

Ist die Fahrzeuglänge für dich nicht relevant und willst du keine Kompromisse im Innenraum eingehen, so bietet der Sprinter/Crafter in der L4 Version den größten Platz. Zur einfachen Beurteilung der Innenraumlänge zur Gesamtlänge haben wir die Verhältnisse in der letzten Spalte berechnet.

Der Ducato ist nicht umsonst bei vielen Ausbauern sehr beliebt. Er bietet ein sehr gutes Verhältnis zwischen Innenraum- und Gesamtlänge. Da er im Innenraum auch etwa 10 cm breiter ist als die anderen Hersteller, haben auch größere Menschen die Möglichkeit quer zu schlafen. Die angegebene Breite bezieht sich auf das lichte Maß zwischen den Verstärkungen an der Karosserie. Planst du dein Bett auf entsprechender Höhe zwischen den Verstärkungen, gewinnst du noch ein paar Zentimeter und hast knapp 2 m zwischen den Blechen zur Verfügung. Hinzu kommt allerdings noch Dämmung und Verkleidung, wenn du das möchtest.

Ähnlich verhält es sich bei der Stehhöhe. Auch hier hat der Ducato die Nase vorn. Grundsätzlich geht es hier aber um wenige Zentimeter, die wahrscheinlich nur für große Menschen ein Ausschlusskriterium darstellen können. Bei allen vorgestellten Kastenwägen bietet der Innenraum genug Möglichkeiten für ein wohnliches Interieur.

Um keine Kompromisse eingehen zu müssen, arbeiten wir bei Campeleon an einem Ausbausystem für die gängigsten Fahrzeugmodelle. Daran kannst du flexibel verschiedene Module anbringen. Diese können immer wieder neu angeordnet oder getauscht werden. So stellst du sicher, dass du auch bei wenig Platz das Meiste aus deinem Camper herausholen kannst. Mehr Infos zu unserem Ausbausystem findest du hier.

Die Vor- und Nachteile eines Hochdachs

Ein Hochdach kann dein Leben im Bus, vor allem bei längeren Reisen, sehr bereichern. Wenn du wetterbedingt viel Zeit im Bus verbringst und auch mal drinnen kochen möchtest, willst du die Stehmöglichkeit nicht mehr missen. Außerdem bietet dir das große Raumvolumen nach oben die Möglichkeit dein Bett höher zu verbauen. Somit entsteht darunter viel Raum für Fahrräder, Surfbretter oder was du sonst auf deinen Reisen mitnehmen möchtest.

Ein Nachteil von einem hohen Dach ist, dass viele Tiefgaragen oder Parkplätze auf eine Durchfahrtshöhe von 2 m begrenzt sind. Allerdings können auch die H1-Varianten der größeren Kastenwägen dieses Maß nicht einhalten. Wenn du viel in Städten unterwegs bist, bieten dir die oben genannten Fahrzeuge unter 2 m einen großen Vorteil bei der Parkplatzsuche. Um die Vorteile von beiden Varianten zu vereinen, ist ein Aufstelldach die beste Alternative. Diese lassen sich mittlerweile für nahezu jedes Fahrzeugmodell nachrüsten.

Was du noch beachten solltest:

  • Beim Sprinter, Crafter und der Ducato-Reihe gibt es das Superhochdach (H3) erst ab einem langen Radstand (L3).
  • Dabei ist das Superhochdach beim Sprinter und beim Crafter aus Glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) und kann keine zusätzlichen Dachlasten tragen.
  • Beim Ford Transit und bei der Renault Master Reihe gibt es das Superhochdach auch schon beim normalen Radstand (L2H3).
  • Beim Heck- und Allradantrieb verliert man etwas an Innenraumhöhe. Der Grund dafür ist, dass der Boden durch die zusätzlichen Fahrwerkskomponenten höher ist.

Das Dilemma mit der Parklücke – a.k.a. die Fahrzeuglänge

Jeder der in der Stadt wohnt, kennt das Problem der Parkplatzknappheit. So stellt sich schnell mal die Frage, ob ich meinen Camper noch in einer normalen Parklücke abstellen kann oder schon zwei brauche. Deshalb ist die gängigste Variante die man so in der Stadt sieht wohl die L2 Variante.

Aber nicht nur auf die Parkplatzsuche, sondern auch auf das Fahrverhalten wirkt sich die Fahrzeuglänge aus. Genauer gesagt hat der Radstand einen spürbaren Einfluss auf den Wendekreis des Fahrzeugs. Wenn du dann noch auf ein ausschwenkendes Heck aufpassen musst, ist die Fahrt durch italienische Kleinstädte oder alleine schon das Einparken eher was für geübtere Fahrer:innen.

Entscheidest du dich allerdings für ein kompaktes Camper Basisfahrzeug, fehlt schnell mal der Platz im Innenraum für eine fest verbaute Dusche, eine gemütliche Sitzecke oder eine große Küche – ohne viel umräumen zu müssen.

Gut zu wissen:

  • Bei Fiat gibt es keine Längenbezeichnung L3, dafür aber L5.
  • Ford bietet für den Transit keine L1 Variante an.
  • Die Länge L4 gibt es oftmals nur als Heckantrieb.

Ich packe in meinen Campervan… – Das Fahrzeuggewicht

Das Gewicht, das beim Ausbau hinzukommt, darfst du nicht unterschätzen. Je nachdem welche Materialien beim Möbelbau verwendet werden, wie groß der Wassertank sein soll oder welche technischen Geräte noch verbaut werden, bleibt am Schluss eine mögliche Zuladung für dein Gepäck übrig. Dabei muss stets das zulässige Gesamtgewicht des Fahrzeugs eingehalten werden. Jedes Modell gibt es mit verschiedenen zulässigen Gesamtgewichten. Da du mit einem Führerschein der Klasse B bis zu 3,5 t fahren darfst, solltest du die Grenze auch bei der Auswahl deines Kastenwagens ausreizen.

Ein Auto kann als LKW zugelassen werden, wenn hauptsächlich Güter oder Material transportiert werden. Beim Führerschein spielt nur das zulässige Gesamtgewicht eine Rolle, die Art der Zulassung hat keinen Einfluss. Ob du mit einer LKW-Zulassung wirklich Kosten sparst, hängt von deiner Versicherung ab. Für die steuerliche Erleichterung mit einer LKW-Zulassung sind zusätzliche Kriterien festgelegt. Es dürfen zum Beispiel keine Fenster im hinteren Teil verbaut sein und der Laderaum muss größer als der Fahrgastraum sein.  Mehr dazu kannst du hier lesen.

Die Zuverlässigkeit des Camper Basisfahrzeugs

Die Langlebigkeit deines Fahrzeugs hängt vor allem von der Karosserie und dem Motor mit Kupplung, Getriebe etc. ab. Um die verschiedenen Modelle miteinander zu vergleichen, kann man einen Blick auf die Pannenstatistik des ADAC werfen. Der Bericht erscheint jedes Jahr und listet die Anzahl an Pannen verschiedener Fahrzeugmodelle auf. Diese werden je nach Baujahr eingeteilt. Da die Anzahl der Pannen in einem Jahr auch von anderen Faktoren wie zum Beispiel Länge und Härte des Winters abhängen, haben wir die Mittelwerte aus den letzten Berichten für jedes Baujahr ermittelt und folgender Tabelle zusammengefasst. Bedenke hierbei, dass ein großer Teil der Pannen (ca. 40%) auf die Batterie zurückzuführen ist und nicht gleich ein wirtschaftlicher Totalschaden bedeutet. Genauere Infos zur Pannenstatistik findest du hier.

ADAC Pannenstatistik

Quelle: ADAC Pannenstatistik

Da es zum Thema Rost keine handfesten Daten gibt, wollen wir keine direkte Wertung der einzelnen Modelle vornehmen. Informiert euch am besten noch einmal selbst in den gängigen Foren, an welchen Stellen ihr genau hinschauen müsst.

Kritische Stellen sind zum Beispiel an den Radkästen, unter dem Eintritt oder an den Befestigungspunkten für die Seitenleisten. Oft dringt Wasser an einem Falz zwischen zwei Blechen durch. Hier kann die Feuchtigkeit zwischen den Blechen hindurch. Dann kann der Rost ungesehen weiterwandern.

Bist du grade eh dabei die Innenverkleidung bis aufs Blech rauszureißen, ist ein sorgfältiger Rundumcheck sicher sinnvoll und erspart spätere Überraschungen. Gerade beim Gebrauchtkauf hat der Vorbesitzer wohl den größten Einfluss auf die Zuverlässigkeit des Autos. Wurden Inspektionen regelmäßig durchgeführt? Gibt es Nachweise für durchgeführte Reparaturen?

Wenn dir doch mal der Unterboden wegrosten oder der Motor streiken sollte, kannst du mit unserem Ausbausystem entspannt auf ein anderes Fahrzeug wechseln und deine Module mitnehmen.

Das Fazit – welches Basisfahrzeug soll es werden?

Jetzt stellst du dir immer noch die Frage, welches Fahrzeug die perfekte Basis für deinen Traum Camper bietet? Dann fassen wir zum Abschluss noch mal wichtige Kriterien für dich zusammen.

Grundsätzlich ist der Camperausbau in jedem Kastenwagen möglich. Um einen schnellen Einblick auf die Maße der einzelnen Modelle zu erhalten, empfehlen wir dir einen Blick auf unsere Übersicht.

Mach dir als erstes Gedanken, wie du reisen möchtest. Wie viel Zeit verbringst du in deinem Camper? Was willst du alles mitnehmen? Auf einem gezeichneten Grundriss des Fahrzeugs kannst du ein erstes Layout der Möbel erstellen, um zu schauen welche Höhe und Längenvariante für dich in Frage kommt. Welcher Hersteller es am Ende wird, hängt auch vom Budget, deinen Vorlieben bei der Ausstattung und deinem Bauchgefühl ab.

Weil bei so einem Ausbau eben auf ziemlich viel geachtet werden muss, ist es unser Ziel, allen Vanlifern To Be etwas abzunehmen. Deshalb arbeiten wir am Campeleon Experience Network. Dabei handelt es sich um eine Plattform, die dich bei der Planung deines Traumcampers unterstützt. Zum Beispiel arbeiten wir gerade an einem Konfigurator. Hier kannst du dir die verschiedenen Fahrzeuge anschauen und den Innenraum mit deinen Modulen so gestalten, wie es am besten zu dir passt. Alles andere, wie zum Beispiel das Maximalgewicht, behalten wir für dich im Auge.

Hast du noch weitere Tipps oder Fragen? Wir freuen uns, von dir zu hören. 💚