Immer mehr Menschen beschäftigen sich mit der Frage, wie sich das Reisen nachhaltiger gestalten lässt. E-Camper können eine umweltfreundliche Alternative sein. Aber geht das überhaupt – Reisen im E-Auto?

Bisher gibt es kaum Hersteller, die vollelektrische Campervans anbieten. Dabei sind E-Roller und Co. keine Seltenheit mehr auf unseren Straßen. Was das Reisen im E-Auto angeht, ist der Trend aber noch nicht so ganz angekommen. Für viele passen Reisen und E-Mobilität einfach nicht zusammen. Zu viele Unsicherheiten und Fragen – Wie sieht es mit der Reichweite aus? Wie unabhängig kann ich sein, wenn ich ständig laden muss? Sollte man es da nicht lieber gleich lassen? Wir finden nein! Natürlich gibt es trotzdem einiges zu beachten. Diese 3 Dinge solltest du wissen, bevor du dich im vollelektrischen Camper ins Abenteuer stürzt.

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Das Reiseziel – wo soll’s hingehen?

Sich einfach hinters Steuer setzen, entlegene Winkel und unberührte Landschaften erkunden – für viele ist es das, was das Reisen im Campervan ausmacht. Durchschnittlich werden laut ADAC pro Camping-Tour um die 1.350 km Strecke gemacht. Diese Distanz ist für einen E-Camper schwierig. Es sei denn man hat seeeehr viel Zeit und seeeehr viel Geduld.

Du solltest dich also darauf einstellen, dass du dir bei der Wahl der Route ganz andere Fragen stellen musst. Welche Entfernung ist realistisch und zeitlich machbar? Nicht erst seit Corona werden Reiseziele im Inland immer beliebter. Und auch unsere Nachbarländer haben für Camper einiges zu bieten. Vielleicht ist es also gar nicht mal so schlecht, die nähere Umgebung zu erkunden.

Natürlich ist auch die Dichte an Ladestationen ist ein wichtiges Kriterium. In Deutschland gibt es mittlerweile eine ganz gute Ladeinfrastruktur. Laut Statista gibt es um die 20.800 Ladestationen, zwei Drittel davon an öffentlich zugänglichen Orten sind Schnelllader. Das dichteste Netz haben die Stadtstaaten, Hamburg an der Spitze. Doch auch in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Bayern gibt es ein ganz gutes Netz an Ladestationen. Falls es doch ins Ausland gehen soll – in den skandinavischen Ländern kommst du im E-Camper am besten voran. Auch die Niederlande sind vorne mit dabei. In Südeuropa sieht es hingegen noch nicht so rosig aus.

Du merkst – beim Reisen im E-Camper ist eine gute Planung auf jeden Fall wichtig. Was die Ladestationen angeht, gibt es mittlerweile einige Apps und Webseiten, die dir die Routenplanung erleichtern. Ein Beispiel ist der Routenplaner von GoingElectric. Doch egal, wie gut deine Route geplant ist, funktionierendes mobiles Internet solltest du trotzdem dabeihaben. So kannst du zur Not schnell nach einer Ladestation in der Nähe suchen.

Die Ladepause – mehr Zeit fürs Entdecken

Beim Reisen im E-Camper solltest du nicht darauf pochen, schnell von A nach B zu kommen. Die versprochene Reichweite gibt es nämlich auch nur bei einer moderaten Fahrweise. Mit 120 über die Autobahn brettern ist also nicht die beste Idee. Je nach Fahrstil und Fahrzeug musst du auf jeden Fall in regelmäßigen Abständen Pausen fürs Laden einplanen. Mit einem Schnelllader kann es aber schon nach etwa einer halben Stunde weitergehen.

Oft ist es leider noch so, dass du für verschiedene Ladestationen unterschiedliche Bezahlkarten, Apps oder sogar andere Anschlüsse brauchst. Du solltest dich also unbedingt vorher informieren, welche Anbieter dir auf deiner Route begegnen. In einigen Fällen musst du dich vorher registrieren, damit du die Ladestation nutzen kannst. Plane dafür also genug Zeit ein, bevor es losgeht. Packe auf jeden Fall verschiedene Ladestecker ein, damit du an möglichst vielen Ladesäulen laden kannst.

Ob die Pausen nerven oder eine Bereicherung sind, entscheidest du selbst. Du kannst sie nämlich als Teil der Reise sehen. Klar, du kommst langsamer voran. Andererseits hast du aber auch die Chance Orte zu entdecken, an denen du sonst einfach vorbeigefahren wärst. Du kannst den Stopp zum Beispiel zum Sightseeing nutzen oder eine kurze Wanderung starten. Auch für das Reisen mit Kindern sind die kleinen Pausen gar nicht so schlecht.

Die Art zu Campen – wie bequem ist das Reisen im E-Auto?

Was E-Camping angeht ist also einiges an Planungsaufwand nötig. Wenn du erstmal stehst, ist es aber ziemlich komfortabel. Denn im vollelektrischen Reisemobil bist du zum Beispiel unabhängiger vom Wetter, denn auch die Komfortelektronik wird an jeder Ladestation oder Steckdose geladen. Während du nachts auf dem Campingplatz stehst und deinen Van für den nächsten Tag lädst, kannst du ohne Probleme Heizung und Lüftung anlassen. So ist es innen schön warm, egal, wie es draußen aussieht. Auch heiße Sommernächte lassen sich mit Klimaanlage ganz gut aushalten. Die USB-Anschlüsse kannst du jederzeit nutzen, um beispielsweise dein Handy über Nacht zu laden. Aber auch ohne Ladesäule kannst du gut mal eine Nacht überbrücken, sofern dein Akku nicht schon so gut wie leer ist. Denn der Verbrauch von Heizung und Lüftung ist so gering, dass es am Morgen trotzdem weitergehen kann.

Fazit – Reisen im E-Auto, geht das?

Die Antwort ist auf jeden Fall! Allerdings solltest du offen sein und nicht erwarten, dass es genauso läuft wie im klassischen Campervan. Anstatt das als Nachteil zu sehen, solltest du das Reisen im E-Camper als Chance sehen, bewusster zu reisen. Das Motto „der Weg ist das Ziel“ trifft hier auf jeden Fall zu. Ja, du kommst langsamer voran. Aber geht es beim Camping nicht um Entschleunigung? Und ja, du bist in der Wahl deiner Route eingeschränkt. Aber ist es nicht trotzdem ein Abenteuer sich als eine Art Pionier in einem E-Camper auf Reisen zu wagen? Außerdem hast du so nicht einen Tropfen Erdöl verbraucht. Und das ist doch auch was.

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