Ein mobiles Camper Bad für die Anhängerkupplung. Und das auch noch zum Auffahren – wie sind wir da eigentlich drauf gekommen? Und wie wird aus der Idee jetzt ein fertiges Produkt? In diesem Blogartikel verrät euch unser Produktentwicklungsteam rund um Linda und Patrick mehr darüber.

Wir hatten schon als Studenten einen T3 Westfalia und reisten damit nach Kroatien, Italien, Frankreich und Schweden. Das Fahren war noch echte Arbeit. Aber es lohnte sich für das Gefühl von Freiheit und Unabhängigkeit. Die Reise begann, sobald wir den ersten Gang eingelegt hatten und wir übernachteten, wo es uns gefiel. Wir hatten alles dabei, was wir brauchten. Und was wir nicht hatten, brauchten wir nicht.

Heute haben wir zwei Kinder und der Traum von einem Campingbus und dem Reisegefühl ist geblieben. Schließlich geht Vanlife auch mit Familie. Aber auf einige Punkte legen wir mittlerweile mehr Wert als früher. Dinge wie nächtliches Hinhocken am dunklen Feldrand gehören nicht mehr zu unseren Vorstellungen eines Campingurlaubs. Trotzdem wollen wir die Freiheit leben, die uns der Campingbus verspricht. Die Entscheidung zwischen einem großen Camper mit allem Komfort oder einem Campingbus gewinnt in jedem Fall das kleinere Fahrzeug – auch wenn wir auf einigen Komfort verzichten müssen.

Neulich haben wir eine Lösung für unser „Dilemma“ gefunden – nämlich das Heckbad von Campeleon. Es wird auf der Anhängerkupplung transportiert und kann schnell zu einer Badkabine aufgestellt werden. Wir haben alles dabei, was wir brauchen – ein WC, ein Waschbecken mit Spiegel und eine Dusche. Wir haben unsere Fahrräder auf dem Heckklappenträger dabei und das Bad transportieren wir darunter. Am Ziel stellen wir es einfach in der Nähe ab.

Okay, da haben wir ein wenig in die Zukunft geschaut. 🔮 Das ist eine Geschichte, wie sie unsere zukünftigen Kunden erzählen könnten. Auf jeden Fall wünschen wir uns das so. Aber gehen wir jetzt erstmal ein paar Schritte zurück. So hat die ganze Sache nämlich angefangen.

Schritt 1: Die Idee vom Bad im Heck.

Wir haben Campeleon mit der Mission gegründet, das Camping auf den Kopf zu stellen. Also starten wir damit, zu hinterfragen, ob gängige Lösungen schon optimal sind und wo sich neue Denkansätze finden lassen. Vor allem die Kontroverse zwischen möglichst kompaktem Reisefahrzeug und viel Platz im Innenraum treibt uns um. Kann man den Raum in verschiedenen Situationen unterschiedlich – und damit sozusagen doppelt – nutzen? Sitzgruppen werden zu Betten, Tische werden ausgeklappt, Betten abgesenkt und jeder Winkel als Stauraum genutzt. Aber eine Sache nimmt immer viel Platz ein – die Badkabine.

Und Platz ist in einem kompakten Campervan einfach sehr wertvoll. Vor allem, wenn man mit der Familie reist und vier Sitze und vier Betten in einem 6-Meter-Camper Platz finden sollen. Und während wir so vor uns her tüftelten kam die Frage auf: Warum kann man das Bad eigentlich nicht auslagern und einfach am Heck transportieren? Dann hat man es auch nur dabei, wenn man es wirklich braucht.

So wurde die Idee zum Heckbad geboren. Wir waren uns zunächst unsicher über die Größe, die Anbringung ans Fahrzeug und auch darüber, wer so ein Heckbad am meisten gebrauchen kann. Es begleitete uns für eine Weile als Idee. Aber wir waren uns unsicher – verlieren wir so unseren Fokus? Deshalb wurde das Projekt Heckbad erstmal auf Eis gelegt. Doch nur kurze Zeit später bekamen wir den richtigen Impuls, der uns das Potenzial unserer Idee deutlich machte. Und so starteten wir mit der Entwicklung.

Schritt 2: Wie sieht das ideale Camper Bad eigentlich aus?

Erstmal galt es herauszufinden, was die Anforderungen an ein Camper Bad sind. Und am besten nicht nur unsere eigenen, sondern so ganz allgemein. Das hat immerhin einen großen Einfluss darauf, in welche Richtung die Produktentwicklung gehen soll. Dabei stellte sich natürlich zuerst die Frage: Wer sind die Nutzer eines Heckbades? Wie muss das Heckbad funktionieren und was muss es können? Schließlich gibt es verschiedene Ansprüche an Komfort, Design oder technische Funktionen. Und auch die unterschiedliche Körpergrößen müssen mit bedacht werden.

Ein Camper Bad für Kastenwagen, Campingbus und Co.

Campeleon Heckbad

Das Heckbad als ideale Ergänzung für kompakte Reisemobile.

Ursprünglich war unsere Idee, das Bad optional am Heck zu transportieren, um im Kastenwagen Platz im Innenraum zu schaffen und unseren Kund:innen auch die Möglichkeit zu geben, sich für ein kürzeres Basisfahrzeug zu entscheiden. Das erweiterte sich auf eine weitere Fahrzeugklasse – die Transporter bzw. Kleinbusse wie die V-Klasse von Mercedes, den Trafic von Renault, den Vivaro von Opel oder die T-Serie von Volkswagen.

Die Maße im Inneren der Kleinbusse ermöglichen keinen Einbau eines Bades. Ein Waschbecken ist in der Küchenzeile zu finden und für Außenduschen gibt es clevere Lösungen. Auch eine Kassettentoilette für den Notfall findet im Campingbus Platz. Aber es bleibt eben alles eine Notlösung. Das bedeutet wenig Komfort und kaum Privatsphäre. Wer das vermeiden will, muss Übernachtungsplätze mit ordentlichen sanitären Anlagen suchen. Da gibt es auf jeden Fall einige. Aber die richtig schönen, abgelegenen Stellplätze sind da eher schwieriger. Bei denen kommt es oft zur starken Verschmutzung der umliegenden Wälder, weil die Camper:innen ja trotzdem mal müssen.

Ein Bad, das Komfort und Abenteuer verbindet.

Das Heckbad sollte als ideale Erweiterung für Campervans dienen, die auf sperrige Badkabinen im Innenraum verzichten wollen und trotzdem Lust auf freies und unabhängiges Reisen haben. Besonders praktisch ist unser Camper Bad wohl in Kombination mit Kleinbussen, wie den Transportern von VW oder der V-Klasse von Mercedes. Sie sind so kompakt, dass man sie auch als Alltagsfahrzeug nutzen kann. Und unser Heckbad kann einfach schnell aus der Garage geholt werden, wenn es auf Reisen geht. Die Anbringung an die Anhängerkupplung soll schnell und unkompliziert gehen. Außerdem sollen trotzdem Fahrräder mitgenommen werden können und die Heckklappe auf alle Fälle gut erreichbar bleiben.

Schritt 3: Wie soll das Ganze umgesetzt werden?

Coole Idee – aber wie können wir unser Camper Bad sicher an der Anhängerkupplung transportieren? Eine Variante zur Anbringung am Fahrzeug ist ein Hecktragsystem, das am Fahrzeugchassis befestigt wird und dort verbleibt. Diese Anbringung muss professionell vorgenommen und vom TÜV abgenommen werden. Dafür kann so ein Trägersystem bis zu 300 Kilogramm tragen. Bei diesem Gesamtgewicht hätten wir eine gut ausgestattete Badkabine bauen können. Aber wir haben uns dagegen entscheiden, weil das für die Nutzer:innen am Ende einfach zu aufwändig wäre.

Wir wollten eine einfachere Lösung und legten uns auf eine Anbringung mittels Schnellspanner auf der Anhängerkupplung fest. Mit einem Hebel wird die Last sicher befestigt. Dieses System ist von vielen Fahrradträgern bekannt und bewährt. Mit dieser Entscheidung hatten wir uns auf 100 kg Gesamtgewicht für die gesamte Heckbox festgelegt. Eine weitere Festlegung, waren die Transportmaße. Da die Box unter den Fahrradträger passen muss, der an der Heckklappe befestigt wird, haben wir hier auch in der Höhe eine Einschränkung.

Damit stand das hier zumindest schon mal fest:

  • Transportmaß: 160 cm Breite x 80 cm Tiefe x 70 cm Höhe
  • Transportgewicht: 100 kg
  • Innenmaße im Aufgefahrenen Zustand: 160 cm Breite x 80 cm Tiefe x 200 cm Höhe
  • Ausstattung: WC, Dusche, Waschbecken, Strom, Licht, abgeschlossene Kabine

 

Schritt 4: Inspired by you – was sich Camper:innen wünschen

Uns ist bewusst, dass wir mit unserer Produktidee nicht alle erreichen. Denn die Motivationen wie und warum jemand im Campingbus reist und die Bedürfnisse auf den Reisen sind sehr verschieden. Für alle, die in dem Heckbad die perfekte Ergänzung zu ihrem Campingbus oder Campervan sehen, wollen wir ein Produkt schaffen, dass ihnen alles bietet, was sie benötigen. 

Heckbad-UmfrageEinige Anforderungen an das Heckbad lassen sich logisch herleiten und sind offensichtlich. Zusätzlich haben wir eine Umfrage
zu den Bedürfnissen bei der Badnutzung im Reisemobil gestartet. Mitgemacht haben viele Reisende mit Campingbus und Reisemobil.
 In vorhandenen Campingbädern werden nach Angaben der Teilnehmenden WC und Waschbecken sehr häufig genutzt. Die Innendusche ist zwar fast immer vorhanden, kommt aber eher selten zum Einsatz. Die Außendusche hingegen ist nicht so häufig mit dabei. Wenn doch, wird sie häufig genutzt.

Was Camper:innen so gar nicht an der Badnutzung unterwegs mögen ist das Entleeren der Chemietoilette. Entweder fehlen die Entsorgungsmöglichkeiten oder das Ganze wird mit Blick auf die Umwelt grundsätzlich abgelehnt. Das brachte uns dazu, nach umwelt- und anwendungsfreundlicheren Alternativen zu suchen. Schlussendlich sind wir bei Kildwick und der Trockentrenntoilette fündig geworden. 

Aber auch eine Dusche wollten wir integrieren. Auch wenn die mögliche Warmwassermenge die Duschzeit begrenzt, ist es einfach komfortabel auf Reisen eine eigene Dusche dabei zu haben. Das Heckbad ist zudem ein Rückzugsort für die Morgentoilette und das Umziehen, der im Campingbus nur eingeschränkt zur Verfügung steht – insbesondere wenn man als Familie unterwegs ist. Damit Kinder und Eltern das Bad gemeinsam nutzen können, achten wir natürlich auch besonders auf ausreichend Platz.

Schritt 5: Let the magic happen – die Transformation des Camper Bads

Heckbad Skizzen

Unsere ersten Skizzen – wie kann die Transformation unseres mobilen Camper Bads aussehen?

Im Urlaub stehen Erholung und Abenteuer im Fokus. Der Aufbau des Heckbades muss daher mit wenigen Handgriffen und von einer Person durchzuführen sein. Das stellt uns wohl vor die größte Herausforderung in der Entwicklung. Denn wir wollen das Ganze auf 70 cm Höhe im Transportmaß und 200 cm Stehhöhe bringen. Das macht es notwendig, bisherige Konzepte neu zu denken.

Ein Camper Bad zum Aufziehen

Wir haben uns viele Gedanken gemacht wie wir die „Transformation“ der Kabine auf ein kompaktes Maß bewerkstelligen. Nach verschiedensten Faltideen kam uns die Idee, die jetzt charakteristisch für unser Heckbad ist. Die Kabine soll aus vier Schalen bestehen, die teleskopartig ineinander geführt werden. Wichtig war für uns, dass die Kabine eine geschlossene feste Hülle zum Schutz der Privatsphäre bietet. Auch der Auf- und Abbau sollte einfach und sicher möglich sein. Bei der Umsetzung stehen wir immer wieder im Spannungsfeld aus Gewicht, Funktionalität und Preis.

Im ersten Konzept sollte die teleskopartige Kabine zu zweit von Hand aufgezogen werden. Im Plattenmaterial sind dabei kleine Rollen eingebaut, sodass sich die Schalen ausziehen lassen. Die einzelnen Ebenen sollten dabei mit Zylinderschlössern – ähnlich wie die Push to Open Systeme – verriegelt werden. Da man aber nicht immer zu zweit unterwegs ist und die meisten Menschen nur zwei Arme haben, konzentrieren wir uns darauf eine automatisierte Lösung zu finden.

Die Schwierigkeit liegt in dem vierteiligen Aufbau der Kabinenhülle. Gasdruckfedern – wie sie zum Beispiel bei Dachboxen zum Einsatz kommen – sind so aufgebaut, dass sie ihre eigene Länge maximal verdoppeln können. Ein ähnliches Problem hat man bei der Verwendung von Auszugsschienen. Wir brauchten eine Lösung die ein Ausziehen auf die vierfache Länge ermöglicht. Unsere Ideen reichten von aufblasbaren Stützstrukturen – wie sie in modernen Zelten vorkommen – bis zu komplizierteren Zahnradantrieben. Schlussendlich haben wir uns für einen Seilzug entschieden, der mit mehreren Umlenkrollen zwischen den Schalen geführt wird. Der größte Vorteil des Seilzugs? Das geringe Gewicht.

Jetzt heißt es testen, testen und – testen

Um die Funktion des Seilzugs ausgiebig testen zu können, wollen wir in den nächsten Wochen einen Funktionsprototypen bauen. Dieser besteht im ersten Schritt aus den vier Schalen. Dabei wollen wir verschiedene Umlenkrollen und Positionen des Seilzuges testen. Außerdem können wir unsere Ideen zum Zusammenführen und Aufwickeln der Seile ausprobieren. Am Ende werden wir auch sehen, wie viel Kraft erforderlich ist, um die Schalen aufzuziehen. Und ob sie auch mit einem Motor angetrieben werden können.

Nach und nach können wir den Prototypen mit anderen Bauteilen, wie zum Beispiel der Tür, ergänzen. Auch die An- und Unterbringung der Toilette, des Waschbeckens und der Technik für die Wasserversorgung können wir dann ausprobieren. So bekommt unser Heckbad den richtigen Feinschliff.

Von der Idee zum modularen Camper Bad – wir sind fast da.

Ihr merkt, es bleibt also spannend. Wir haben ordentlich Hirnschmalz in unser Heckbad investiert – und jetzt gilt es, das Ganze auch umzusetzen. Wir freuen uns auf diese spannende Zeit und sind guter Dinge, dass wir euch schon bald unseren Prototypen präsentieren können.

Alle, die schon immer genervt von der Badsituation beim Camping waren oder einfach Lust auf ein wenig mehr Komfort haben, können sich ihr Heckbad bereits unverbindlich und kostenlos vorreservieren. Im Zuge der Vorreservierung erhältst du eine persönliche Reservierungsnummer und sicherst dir damit eines der ersten Exemplare. Natürlich kannst du dir dein Heckbad vor Produktionsstart noch individuell zusammenstellen und gestalten – sonst wären wir ja nicht Campeleon.

Im nächsten Blogartikel zum Heckbad erfährst du unter anderem mehr zum Thema Material- und Werkstoffwahl, Interieur und Konfigurator. Dranbleiben lohnt sich also. Folge uns außerdem auf Instagram, um noch mehr Einblicke in unsere Arbeit und Fortschritte in Sachen Heckbad mitzuverfolgen.

Hast du noch Anmerkungen, Fragen oder Ideen zum Thema Camper Bad? Lasse uns gerne ein Kommentar da, oder schreib uns einfach. 🙌